Digitale Entgiftung – Ein Selbstversuch

Selbstversuch. Ich habe endlich eine stressige Prüfungsphase hinter mich gebracht. Irgendwie fühle ich mich ausgelaugt. Schwach, gestresst und genervt. Ich frage mich wieso das so ist. Klar, Lernphasen machen müde und fördern nicht immer die Motivation, aber da muss es noch einen anderen Stressfaktor geben.

Ich schaue auf mein Smartphone. Eigentlich schaue ich ständig auf mein Smartphone: Whatsapp, Facebook, Push-Mitteilung oder einfach nur die Uhrzeit checken. Wobei ich die meistens direkt nach dem kurzen Blick aufs Display sofort wieder vergessen habe. Das ist wie ein Automatismus. Jeder kommuniziert so, jeder teilt der Welt mit, wo er oder sie sich gerade aufhält und tut. Wer sich der Kommunikationsflut entzieht, verliert den Anschluss – befürchten die meisten. Aber ist das tatsächlich so?

Ich muss weg. Raus aus dieser Online-Welt. In den vergangenen Monaten haben wir über sogenannte Digital-Detox Camps geschrieben. Da bezahlen Mensche viel Geld um in die freie Natur zu gehen und ihre digitalen Geräte abzugeben. Ich finde das krank. Da machen ein paar gute Marketingleute aus den Ängsten und dem Stress anderer Menschen ein Geschäftsmodell.

Ich glaube: Digital-Detox kann jeder. Und dafür muss man nicht weit weg. Ich fahre spontan für einen Tag auf die deutsche Insel Borkum und berichte, wie ich mich digital entgifte – ohne eine fette Bezahlung.

Als ich auf Borkum ankomme, geht es weiter mit dem Zug. Mein Handy ist aus. Und zwar nicht lange, denn mir kommt die Idee diesen Beitrag hier zu schreiben. Aber gestresst fühle ich mich nicht, denn für Whatsapp-Nachrichten nehme ich mir keine Zeit. Stattdessen genieße ich lieber die sandige Landchaft: die Dünen, der hellbeige Sand, das tiefblaue Meer und der wolkige Himmel.

Für Digital-Detox muss ich nicht mal mein Handy ausschalten. Wer sich einfach mal Zeit nimmt dieses Gefühl von Freiheit zu genießen, der hat gar keine Lust mehr auf sein Handy.

Ich denke dabei über vieles nach. Was ich will, was mir gut tut, ob ich glücklich bin. Im Alltag haben wir leider viel zu wenig Zeit zum Reflektieren. Und wenn wir Zeit haben, sitzen wir lieber am Handy.

Ich gebe zu: Selbstversuch fehlgeschlagen. Eigentlich wollte ich doch den ganzen Tag ohne Handy auskommen. Dabei habe ich diesen Artikel zum Großteil während meines Ausflugs verfasst. Ausgelaugt bin ich aber trotzdem nicht. Das Problem des „Online-Stresses“ liegt nämlich gar nicht in der Online-Welt – wir selbst sind das Problem. Wir haben keine Zeit mehr, das zu tun, was uns glücklich macht. Keine Zeit zum Besinnen, keine Zeit zum Ausruhen, keine Zeit zur Erholung. Also verändert nicht euer Online-Verhalten (es sei denn, es ist krankhaft), ändert euren Lebensstil.

Advertisements

6 Kommentare

  1. schöner artikel, sven 🙂 ich habe ähnliches immer auf den bufdi-seminaren gehabt: das war neben einem kloster und da gab es überhaupt kein netz:D also wirklich ein totales loch 😀 das allerdings tat jedes mal richtig gut und nach kürzester zeit schon war ich viel entspannter 🙂

    Gefällt mir

    1. Danke Julia! Das freut mich sehr. Dann warst du ja sogar erfolgreicher als ich. Ich glaube dir, dass das sehr entspannend war. 🙂

      Gefällt mir

  2. So so wahr! Geht mir momentan hier in Portugal genauso! Alles richtig gemacht, Sven ☺️ Diese Form von Auszeit sollte man sich wirklich öfter gönnen!

    Gefällt mir

    1. Momentan bin ich wieder für ein paar
      Tage weg und habe den gesamten Tag mein Handy noch nicht mal in meiner Nähe (diesmal aber wirklich!!). Und ich muss sagen: ich habe noch nie so viel Ruhe genießen können. Viel Spaß in Portugal! 😉

      Gefällt mir

      1. Freut mich!! Das tut wirklich so gut !

        Gefällt 1 Person

  3. Ich schau immer, dass ich ein paar Mal die Woche 1-2 Stunden Rad fahren oder spazieren gehen kann. Beim Spaziergehen schalt ich einfach das mobile Internet ab, beim Radfahren ist das Handy in der Lenkertasche. Das reicht mir dann wieder für eine Weile, da brauche ich auch kein Geld für Camps ausgeben^^

    Wichtig ist, dass man einfach mal eine Weile seine Ruhe haben kann 😉

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: