Was können wir noch glauben?

Was ist schon wahr? Das kann niemand so genau sagen. Besonders in der heutigen Zeit fällt es uns immer schwerer zwischen “wahr” und “falsch” zu unterscheiden. Dabei gibt es “die Wahrheit” ja so gesehen gar nicht. In sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Youtube überfällt uns zudem eine gigantische Menge an Informationen. In der Masse an Nachrichten den Überblick zu behalten, ist schon eine Kunst für sich.

In der aktuellen Ausgabe des Philosophie-Magazins “Hohe Luft” wird über den Begriff der Wahrhaftigkeit in Zeiten von Facebook spekuliert. Autorin Greta Lührs erklärt ihre Definition von Wahrhaftigkeit in ihren eigenen Worten: “Es geht darum, zu möglichst wahren Überzeugungen zu gelangen – und diese Überzeugungen auch in seinen Aussagen auszudrücken. Wahrhaftig ist demnach, wer bemüht ist, stets die Wahrheit zu sagen.” Aber sind wir das auch? Portale wie Buzzfeed sind vollkommen auf Klickzahlen abgestimmt und richten ihre Inhalte einzig und allein danach, was der Nutzer sehen möchte.

Quelle: http://www.antimedien.de/wp-content/uploads/2010/09/journalist-warning.jpg

Laut Wikipedia handelt es sich bei der Website “Buzzfeed” um “praktizierten Journalismus”. Mit Journalismus haben diese Belustigungsportale aber reichlich wenig zu tun. Die Grundsätze des Journalismus sind nämlich keineswegs auf die Bedürfnisse der Leser getrimmt, sondern auf die Aufklärung der Gesellschaft abgestimmt.

Genau darin zeichnet sich ein großes Problem ab: die klare Unterscheidung zwischen qualitativen und irrelevanten Inhalten ist nicht mehr gegeben. In der Masse an Daten, die in sozialen Netzwerken gestreut werden, verschwimmt die Grenze zwischen Journalismus und Sensationsgeilheit.

Hans-Jürgen Arlt und Wolfang Storz beschreiben als Folgen dieser Vermischung “Desorientierung des Publikums und markante Ansehensverluste für den Journalismus insgesamt”. Journalisten tragen deshalb eine große Verantwortung mit gesellschaftlicher Verpflichtung: Sie müssen sich die Wahrheit zum obersten Ziel ihrer Arbeit machen. Nur wer in solchen Zeiten wahrhaftig ist, kämpft für die Galubwürdigkeit.

 

Quellen:

Lührs, G. (2016): Wahrhaftigkeit in Zeiten von Facebook. In: Hohe Luft, Nr. 4, S.29-32, München 2016

Arlt, H.-J., Storz, W. (2016): Journalist oder Animateur – ein Beruf im Umbruch, Frankfurt/Main 2016.

 

 

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