Befreundet mit einem Helden?

Von Sven Wiesrecker

Es gibt Filme, die uns einfach nicht berühren. Weil die Charaktere nicht authentisch sind. Weil die Handlung Schwachstellen aufweist. Oder weil die besonders spannenden Momente fehlen. Wenn all diese Schwächen jedoch nicht existieren oder das Gegenteil sich sogar durchsetzt, dann haben wir es oft mit richtig guten Filmen zu tun. Mega-Blockbuster, aber auch viele Filmklassiker wurden berühmt, weil die Zuschauer mit den zahlreichen Helden der Geschichten mitfiebern. Forrest Gump, Jack Sparrow, der Hobbit und viele andere Charaktere hängen uns irgendwie am Herzen. Es fühlt sich an, als würden wir sie kennen, als wären sie ein Teil unseres Lebens. Der Fachbegriff für ein solches Verhalten nennt sich „parasoziale Beziehungen“.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=wA9Cay2EMyI

Das gilt nicht nur für Filme, sondern für jede Form von Unterhaltung. Parasoziale Beziehungen beginnen an der Stelle, an der wir dem Film Zutritt in unser eigenes Leben gewähren. Wir reden über Handlungen von Protagonisten, fühlen mit Ihnen oder bekommen Gänsehaut, wenn wir daran denken, was sie (und wir) erlebt haben.

Zunehmend neigen auch Jugendliche zu parasozialen Beziehungen. Der gigantische Zuwachs an Youtubern und Online-Stars, die regelmäßig Videos ins Netz stellen, verdeutlicht das. Die Youtuber von heute sind die Stars von morgen. LeFloid oder Gronkh sind hervorragende Beispiele dafür. Die Videos der beiden werden nicht nur angeguckt. Es wird diskutiert, kommentiert und bewertet. Beide Youtuber sind Idolfiguren für ihre Fans und haben sich eine riesige Community aufgebaut. Hierbei handelt es sich jedoch um eine besondere Form, der parasozialen Interaktion, da der Youtuber regelrecht mit seinen Fans kommuniziert. Somit gibt aus auch Mischungen aus parasozialen und sozialen Beziehungen.

Welche Medienpersonen haben euch am meisten beeinflusst? Wer sind eure Idolfiguren aus Film, Literatur und Prominenz?

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11 Kommentare

  1. Eine gute Frage – öhm..unter den „Promis“ definitiv Lefloid und Gronkh, weil sie trotz ihres Erfolges nicht nicht plötzlich total abgehoben sind und eine Weltanschauung haben, die sich mindestens zum größten Teil mit der meinen deckt. Da frage ich mich gerade…brauche ich denn noch ein Vorbild/Idol, wenn ich mir bereits ein eigenes Weltbild geschaffen und meine Werte zurechtgelegt habe? Eine Vorbildfunktion erfüllen diese beiden für mich nicht mehr, da ich diese meine Werte ja vorher schon festgesetzt hatte 😄

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    1. Man muss natürlich keine Vorbilder haben. Aber wenn du sagst, dass sie ähnliche Meinungen vertreten, die du auch teilst, findet ja schon eine Art einseitige Beziehung statt. Diesem Schema kann man sich als Nutzer eigentlich gar nicht entziehen. Und es ist interessant, das an verschiedenen Beispielen zu beobachten. Viele Grüße!

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  2. Ein super interessantes Thema, das ich da aufgreift! Ich kann definitiv nur zustimmen, dass es bei einem guten Film oder einem authentischen und sympathischen Youtuber sehr schnell passieren kann, dass man eine Beziehung zu der Figur aufbaut. Der Clip veranschaulicht das auch sehr gut. Weiter so!

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    1. Hey! Vielen Dank! Kennst du besonders gute Beispiele für so eine parasoziale Beziehung?

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      1. Bei eigentlich jedem Film mit einer sympathischen Hauptfigur 🙂 Aber bei mir war es z.B. bei Bridget Jones (Schokolade zum Frühstück) so 😀

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      2. Hey Laura, danke für Deinen Beitrag zur Diskussion! Würdest Du denn sagen, dass dich eine fiktive Person schon mal maßgeblich bei einer Entscheidung im Alltag beeinflusst hat? Das würde mich mal interessieren 🙂

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    2. *ihr nicht ich

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  3. Celina Paul · · Antwort

    Hey Digitalanker 🙂
    ein wirklich toller Beitrag. Danke dafür !
    Bei Filmen und Büchern mit sympathischen und starken Hauptfiguren geht mir das auch immer so 🙂
    In meiner Kindheit fand ich zum Beispiel Hermmine Granger aus Harry Potter echt super 😉
    Euch noch einen schönen Tag

    Viele Grüße

    Celina

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    1. Hi Celina! Vielen Dank für dein Interesse! Interessant, dass du da sogar aus eigenen Erfahrungen berichten kannst. Tatsächlich ist uns manchmal nicht bewusst, dass wir parasoziale Beziehungen führen – der Effekt solcher Beziehungen kann aber unheimlich mächtig sein.

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  4. Mulan 🙂 Ich habe diesen Film wahrscheinlich schon hundertfünfzig Mal gesehen und habe mir Mulan früher immer als Vorbild genommen, wenn ich selber zu schüchtern war oder Angst vor irgendwas hatte.

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    1. Hallo Julia! Danke für deinen Beitrag 🙂 Wirklich spannend zu sehen, das parasoziale Beziehungen sogar Ängste überwinden können!

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