Die Welt in zwei Zeichen

Von Sven Wiesrecker

Schwarz und weiß. Hell und Dunkel. An und Aus. Die ganze Welt in nur zwei Zeichen darzustellen, klingt verrückt. Der binäre Code (also 1 und 0) macht aber genau das möglich. Es ist die stärkste Reduktion die es jemals gegeben hat. Kleiner geht es nicht. Der Prozess, der durch den binären Code hervorgerufen wurde, nennt sich Digitalisierung. Doch die meisten wissen gar nicht so genau, was das eigentlich für uns bedeutet.

Früher glich das Leben mitunter einer Berg- und Talfahrt, heute ist es nur mehr eine Digitalfahrt, bei der der Mensch zunehmend hinter einem Berg von Daten verschwindet.

Renzie, Thom

Schon Thomas Hobbes und Wilhelm Leibniz haben gewusst, dass Denken Rechnen bedeutet. Und somit muss die Struktur des Denkens auch nach Algorithmen, also Formeln, gesteuert sein. Die besondere Leistung der Digitalisierung hinter diesen Algorithmen? Alles was wir tun, alles was wir denken, ist vorhersehbar. Oft wissen Computer schon, was wir uns wünschen, bevor wir uns darüber im Klaren sind, dass wir uns etwas wünschen.

Unsere Gesellschaft hat und wird sich dadurch immer stärker verändern. Partnerbörsen, Jobbörsen und viele andere Serviceseiten wissen genau, was wir suchen. Daten werden ausgewertet, damit neue Daten entstehen können. Soziale Netzwerke werden zu einem Schlüsselpunkt der Kommunikation. Hier treffen Menschen mit ähnlichen Interessen aufeinander uns lernen sich online kennen. Plattformen wie Facebook und YouTube werden zu sogenannten „Gatekeepern“. Ihnen gehört nicht nur der Markt, sondern gleich der gesamte Marktplatz. Sie sind die Plattformen, die Inhalte durch ihre Nutzer generieren.

Du möchtest mehr über den Binärcode erfahren? Dann klicke hier:
http://de.ccm.net/contents/501-der-binaercode

Advertisements

4 Kommentare

  1. Ja und nein. Denn menschliche Entscheidungen lassen sich eingrenzen, aber nicht durch Algorithmen sicher berechnen. Denn wenn sie es schaffen würden, wären wir auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz bereits weiter.

    Ein Indikator ist das so genannte „Problem des Handlungsreisenden“, wo es darum geht, die kürzeste Route zu berechnen, welche ihren Anfang und Ende am selben Punkt besitzt. Dies können Menschen in der Tat noch besser, da ihre Erfahrungswerte nicht einfach in einen Algorithmus unterzubringen sind.

    Gefällt 1 Person

    1. Vor allem wenn es um schwache und starke künstliche Intelligenz geht, fällt ein deutlicher Unterschied auf. Wir sind durchaus mittlerweile soweit, dass wir menschliche Entscheidungen voraussagen können. Beispielsweise Züge in einem Schachspiel. AlphaGo (https://de.wikipedia.org/wiki/AlphaGo) hat das ausdrücklich bewiesen. Was Maschinen noch nicht können, ist Emotionen spüren. Das wäre dann starke künstliche Intelligenz. Was meinst Du? Sind wir schon auf der Schwelle zur straken künstlichen Intelligenz?

      Gefällt mir

      1. Ja, AlphaGo war in der Tat ein Sieg für die künstliche Intelligenz. Aber ein Spiel, auch wenn es noch so komplex wie Go ist, ist begrenzt. Ich kann ja nicht einen Zug machen, der außerhalb der Spielregeln ist.

        Um eine starke KI zu erschaffen, muss sie aber genau das können. Emotionen sind ein schwieriges Feld, was ja sogar manchen Menschen mittlerweile schwer fällt. Sie benötigen ein hohes Maß an Intuition, um sie zu erfassen. Erst wenn wir Emotionen erfassen wissenschaftlich können, können wir Maschinen dieses Wissen weitergeben. Denn auch wenn Gesichtszüge vieles verraten, so ist glaube ich der Unterschied, zwischen Freude in einem offenen Grinsen schwer zu unterscheiden zu Wut mit gefletschten Zähnen.
        Oftmals liegt der Schlüssel zum Verständnis in den Augen, oder im Tonfall. Zu viele Variabeln, weil wir alle ein wenig verschieden sind.

        Gefällt mir

  2. Ja, da hast du absolut Recht! Die Schwelle zur „starken KI“ ist eine scheinbar gigantische Schwelle, der wir uns nur langsam nähern. Die Frage lautet jetzt: Wie weit können/dürfen wir in diese Richtung gehen? Zudem besteht die Gefahr, dass der Mensch seine eigene Bedeutung aufhebt. Nicht ohne Grund heißt es ja: strake künstliche Intelligenz ist die letzte Erfindung der Menschheit…

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: