PR & Pseudo-Journalismus

Von Sven Wiesrecker

Journalismus und Werbung – passt das eigentlich zusammen? Auf der “re:publica”, der größten Konferenz zu den Themen Netz und Gesellschaft, wurde genau das diskutiert. Prof. Dr. Lutz Frühbrodt hat sich intensiv mit dem Thema “PR und Pseudo-Journalismus” auseinandergesetzt. Frühbrodt leitet an der Uni Würzburg den Studiengang Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation. Content Marketing sei eine Gefahr für den Rezipienten, als auch den Qualitätsjournalismus.

Journalismus wird immer wieder von Unternehmen als Werbewerkzeug missbraucht. Dabei ist die Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten doch gesetzlich festgelegt. In der Werbebranche entpuppt sich diese Regelung jedoch als eine rechtliche Grauzone. Die Inhalte sind kaum noch von der Werbung zu unterscheiden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Website “Curved”  von E-Plus/O2. Hier handelt es sich viel mehr um einen “Shop”, als um einen Blog.

“PR dient heute als professionell gestaltete Auftragskommunikation vor allem der Wahrung der Interessen der Auftraggeber.” Zum Einsatz kommen ausgewählte “Kommunikationsmittel von der Pressemitteilung über Blogs und Social Networks bis zum Hintergrundgespräch mit Journalisten.”

Quelle: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/public-relations-pr.html?referenceKeywordName=PR

Die geschickte Verknüpfung von redaktionellen Inhalten und Werbung führt zu fehlender Transparenz. Dem ungeschulten Auge fällt die Unterscheidung schwer. Die Folge: Medien verlieren an Glaubwürdigkeit.

Interessant ist diese Form des Marketings für Unternehmen auch in Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Die Algorithmen von Google oder Bing sind mittlerweile so intelligent programmiert, dass sie Qualitätsunterschiede von Inhalten feststellen können und dementsprechend die Seiten weiter oben oder unten ranken. Texte, die redaktionell gestaltet werden, sind so in vielerlei Hinsicht attraktiv für Unternehmen.

Verlierer dieser Bewegung sind wir als Leser und Kunden. Was meint ihr zu Angeboten wie Curved? Führen sie die Rezipienten einfach nur an der Nase rum oder seid ihr der Meinung, dass sie vielleicht sogar einen Mehrwert bieten können?

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